Schafstall Bad Essen

Spähren zwischen Natur und Technik

Bilder und Objekte, Acryl auf Stahl und PVC, Digitaldruck

Angelika Walter
 

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In den Werken von Angelika Walter lösen sich die scheinbaren Grenzen zwischen Natur und Technik auf. Wo Maschinen-Technik lebendig wird, und die Natur die Technik erobert, verlocken unerwartete Interpretationsansätze zu universellen Fragestellungen.
 

Schon während ihrer Schulzeit entschloss sich Angelika Walter, bildende Künstlerin zu werden. Sie studierte Malerei und Wahrnehmungspsychologie an der Kunstakademie Münster und Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach dem Referendariat am Studienseminar in Celle unterrichtete sie 1984/85 Kunst und Deutsch am Gymnasium Bad Essen. Seit 1985 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Osnabrück.

Angelika Walter ist besonders durch ihre großformatigen Werke bekannt, die in ihrem „mobilen Atelier“ in Werkshallen der Schwerindustrie bei laufender Produktion entstehen und durch ihre Fassadengestaltungen in Deutschland und Portugal. Das bekannteste Fassadenbild ist der „Musikexpress“ unter einer Eisenbahnüberführung an der Feldstraße in Osnabrück, das mit ca. 200 Metern das längste Fassadenbild Europas ist. Bei der Arbeit an den Fassadenbildern wie auch in den Fabrikhallen gewann für Angelika Walter die Kommunikation mit den Betrachtern ihrer Werke eine immer größere Bedeutung. Der Blick der Techniker und Maschinisten auf ihre Arbeitswelt in den Produktionsbetrieben und die Bedeutung eines Ortes für Passanten dort, wo eine Fassadengestaltung entsteht, vermischen sich in den Gemälden mit der Sichtweise der Künstlerin.

In ihren Arbeiten thematisiert Angelika Walter das vom Menschen geschaffene Spannungsfeld zwischen Natur und Technik. Die Werke vermitteln Botschaften, die über das mithilfe der Sprache Aussagbare hinausgehen. Sie stellen mit ihrer Mehrdeutigkeit Fragen an den Betrachter, überraschen ihn mit erst auf den zweiten Blick auftauchenden Details, die zu spannenden Entdeckungsreisen durch die Bildwelten der Künstlerin einladen. Gewaltige Maschinen entwickeln in den fantastisch-realistischen Gemälden der Künstlerin ein Eigenleben und wo man auf den ersten Blick Technik pur zu sehen glaubt, eröffnet sich bei genauer Betrachtung ein Mikrokosmos mit Landschaften und Biotopen, bevölkert von dort unerwarteten Lebewesen. Dort, wo dagegen zunächst die Natur im Mittelpunkt zu stehen scheint, warten immer auch Spuren der Technik auf ihre Entdeckung, so dass die Grenzen zwischen Natur und Technik verschwimmen.

Die farbintensiven Bilder vermitteln einen mit allen Sinnen erfahrbaren Eindruck, z. B. von der Atmosphäre in den Fabrikhallen, so dass man den Geruch von Maschinenöl, die Hitze und die Geräuschkulisse wahrzunehmen glaubt. Akustische Elemente spielen auch bei den Fassadengestaltungen und den im Atelier entstehenden Werken eine prominente Rolle. Diese eröffnen dem Betrachter Klangwelten und Farbklänge zwischen Stahlwerk und Straßenmusik.

Seit 2012 entstehen neben den in Acryl auf Stahl und PVC gemalten Bildern und Objekten aus Stahl auch Digitalgrafiken. Die Künstlerin nutzt dabei besonders die Möglichkeit, Varianten ihrer Gemälde zu erarbeiten. So ergeben sich kleine Serien, von denen kein Werk eine reine Kopie des anderen ist, sondern jedes ein Original mit einer eigenen Aussagekraft darstellt.