Schafstall Bad Essen

Reinhard Scholtissek

"Retrospektive 2014-2020"

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Reinhard Scholtissek gründete im Jahr 1972 nach seinem Studium der Innenarchitektur gemeinsam mit seiner Frau Renate Möller die Firma Scholtissek in Ostercappeln. Herr Scholtissek schuf ganz außergewöhnliche Designermöbel, Unikate von seltener Schönheit und exklusiver Qualität, handgefertigt mit sehr seltenen Edelhölzern. Mit dem Aufbau seines Ateliers vollführte er einen Aufbruch zu eigenen künstlerischen Werken. Im Schafstall fand 2013 seine Ausstellung „Strukturen Bilder“ statt, die überregional große Aufmerksamkeit bewirkte.
Reinhard Scholtissek bringt uns den Zauber der Dinge in seiner Bilderwelt näher. Seine Bilder fallen uns nicht ins Wort, sondern zunächst ins Auge und dann in unsere Gedanken. Sie sind gemalte Philosophie und lassen den Betrachte individuellen Raum, die Strukturen der Bilder für sich mit Bedeutung zu füllen. So trägt das Leit- bzw. Titelbild seiner aktuellen Ausstellung im Schafstall den Titel „Der Philosoph“.  Das Bild präsentiert sich als Schichtung diverser Gestaltungsebenen und ist ausgestattet mit mehreren enigmatischen Sinnebenen, deren Entschlüsselung sich der Betrachter hingeben kann.
Die Bilder bekommen beim Betrachten ein Eigenleben, welches nicht der Wiedergabe von Wirklichkeit verpflichtet ist, sondern allein den formalen Gesetzen ihrer Choreografie. Unter den Werken, die aktuell im Schafstall ausgestellt sind, findet man viele solcher Formen. Reinhard Scholtissek entwickelt seine Bildwelten aus teilweise organischen, teilweise aus architektonischen Formen, die häufig begleitet werden von Lineamenten. Immer wieder spricht aus dieser Kombination die Emphase der abstrakten Form, welche selbst das Potential hat, Akteurin zu werden. Formen und Strukturen sind in diesen Bildern vom Zwang befreit, Dinge zu bezeichnen. Sie müssen die Gegenstände der Welt nicht darstellen, sie können selbst Gegenstände sein.
 

 

Bild: Reinhard Scholtissek - Der Philosoph
 
Unter seinen Bildern findet man auch dreidimensionale Gemälde, in die Holzfragmente und andere Fundsachen eingearbeitet worden sind. Diese Bilder erinnern an seine außergewöhnlichen Designermöbel sowie einige Holzobjekte, die in Form von Schubladenobjekten aus exotischen Holzarten gefertigt wurden. In der Ausstellung ist die Affinität des Künstlers zu Raumkunst vor allem im Design von Schubladenobjekten präsent, die er selbst Wunderkammern nennt.
Weiterhin sehen wir in der Ausstellung im Schafstall Bilder mit formstarken, abstrakten Kompositionen in zurückhaltenden, manchmal nur gering nuancierten Tönen. Sie nehmen das Thema „Architektur in sanften Farben“ auf. Dagegen sieht man andere Bilder, die das Thema „Architektur in starken Farben“ aufnehmen, Bilder mit formstarken, abstrakten Kompositionen in kräftigen, zum Teil komplementären Tönen.
 
Ein besonderes Thema in einigen seinen Bilder geht auf das Thema „Der Kosmos“ ein. So sehen wir auch Bilder, die die vier Grundelemente des Lebens „Erde, Wasser, Luft und Feuer“ behandeln. Mit diesen Bildern öffnet Scholtissek Himmelsräume und quert die Elemente. Der Kunsthistoriker Florian Pehlke schreibt zu dem Bild mit dem Titel Kosmos dazu: „Aber der Kosmos ist nicht allein ein leerer stellarer Raum. Nein, er enthält Spuren des Lebens. Den Geometrien des Himmels stehen etwa Formen der Behausung gegenüber. Es gibt in einem Kosmos sogar eingearbeitete Muscheln, die in der untersten Bildzone die abstrakte Ordnung des Himmels mit einem beinahe haptischen Kontrapunkt versehen“.
 
Ein weiteres Thema, welches Scholtissek aufgreift, ist das Thema „Das florale Leben“, das in der Natur zu finden ist. Bäume und Blätter in Verbindung mit dem menschlichen Leben. Diese Bilder greifen durch ihre Motive mit figürlicher Anlehnung die stumme Annäherung an den Menschen auf.
 
Die Ausstellung ist zu sehen vom 7. August bis zum 19. September 2021.

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Samstag: 15.00 – 18.00 Uhr und Sonntag: 14.00 – 18.00 Uhr.
Kunst- und Museumskreis Bad Essen e.V. Schafstall, Bergstraße 31, 49152 Bad Essen
 
Bitte beachten sie beim Besuch der Ausstellung die aktuellen Corona-Hygienevorschriften wie Eintragung mit Luca App oder Liste, Maske, Abstand und die zeitlich begrenzten Besucherzahlen.